Weniger anschieben, mehr sein lassen…

Das Zitat von Frederic S. Perls (Mitbegründer der Gestalttherapie) berührt mich sehr:

Don´t push the river, it flows by itself.

Meine Resonanz darauf ist ein unmittelbares Einverständnis, den Dingen mal wieder mehr den Lauf zu lassen.

Wirklich in den Fluss des Lebens zu treten und mich davon tragen zu lassen.

Gerne will ich wieder das Leben spüren, wie es fließt. Mich in die Kurven legen und mich um die Biegungen sanft bewegen. Durch die Strudel drehen, abtauchen, auftauchen. Mit den Wogen auf und ab treiben, wie ein Blatt…

Diese Energie stößt etwas sehr Elementares in der Tiefe an. Sie ist gefüllt mit Kreativität, die mich sogar dichterisch ambitioniert. Feinheiten hervorbringt… Wie wohltuend neben der Geschäftigkeit des Management- und Unternehmertums. Ob man nun eine Firma, eine Schule oder ein Haus voller Kinder und Ehepartnern managed… Jede/ r hat ein Leben zu meistern mit all den vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen.

„Don´t push the river, it flows by itself“ ahhhhhh, soooo gut!

Ich bin ja eine Verfechterin davon, die Qigongschüler, Coachees und Mitarbeiter (und mich selbst) zum Tun zu inspirieren, propagiere und poste gerne zu Themen, bei denen es darum geht, aus der Mühle der Gewohnheit auszusteigen, das Heft selbst in die Hand zu nehmen und einfach loszugehen, um die Dinge zu tun, die sie tun wollen. Das ist einer der wesentlichsten Teile davon, Veränderungen in Gang zu setzen. Einen Impuls wagen und egal, was es ist, es ist besser etwas zu tun, als an Mustern festzuhalten, die längst nicht mehr dazu dienen, dich weiterzubringen.

Ein anderer Teil ist aber auch, die Hände aufzumachen und die Dinge freizugeben.

Sie frei-geben, los-lassen und sich in den neuen Fluss hineinzuwagen! Es geht um Vertrauen. Vertrauen darauf, dass das Leben trägt. Dass da Kraft ist, die zur Verfügung steht. Dass es nach dem Setzen eines Impulses ein Seinlassen gibt.

Im Qi Gong üben wir ständig den Wechsel dieser (scheinbar) polaren Zustände: Auf und Ab, Öffnen und Schließen, Heben und Senken, Einatmen und Ausatmen, Anspannen und Entspannen, Tun und Nicht-Tun… dadurch baut sich Energie auf und kommt in Fluss. Wechselstrom funktioniert z.B. auf ähnliche Weise. Und das, was sich so leise zwischen den polaren Phasen abspielt, das schmeckt, fühlt, riecht, hört und schaut sich so an wie die Resonanz, die auf die Worte von Mr. Perls entsteht: