Natürlich Frau

Traditionelle Sichtweisen zum Frausein aus alten Weisheiten

Nicht oft genug kann dieses Thema in den Medien sein. Denn wissen wir wirklich, was es bedeutet auf ganz natürliche Art und Weise eine Frau zu sein?

Aus der Sicht, Energie maximal nutzen zu wollen, interessiert es mich, wie viel Energie vergeudet wird damit, weil Frau Überzeugungen bezüglich ihrer Weiblichkeit trägt, die ihre Kraft nicht Fließen lassen. Voraussetzung für jegliche Veränderung ist aber, wie sie sich versteht. Und auch wieso sie sich versteht, wie sie sich versteht…

Vorausgeschickt sei, dass wir, egal ob Frau oder Mann, beide Seiten in uns tragen. Wir besitzen sowohl eine weibliche als auch männliche Kraft. Doch dadurch, dass wir als Frau oder Mann geboren sind, tragen wir jeweils einen Bonus in uns. Einen Anteil, der uns näher ist als der andere.

Glücklicherweise können wir Frauen uns in unseren Breiten mit der Frage auseinander setzen was nun für uns natürlich ist. Das ist ein Geschenk! Wir sind in der Lage, weitestgehend die Wahl zu haben, wie wir unser Leben als Frau gestalten wollen. Wir sind nicht wirklich gezwungen, religiöse Regeln einzuhalten oder gesellschaftlich nur bestimmte Rollen einzunehmen. Tatsächlich können wir so frei sein, wie wir es uns erlauben.

Betrachten wir uns nun das, was alte Weisheitslehren bezüglich der Gender-Frage für uns anbieten:

In einem Kurs, den ich „La Luna“ genannt habe, thematisiere ich Übungen für Frauen. Es ist erstaunlich und wunderbar, wie stärkend die Resonanz der Übungen ist, wie magisch tief sie berühren. Sie tragen die Erfahrung von jahrtausenden Erdenleben in sich. Und das spürt frau.

Das weibliche Prinzip wird im Yin-Yang-Symbol durch die dunkle Hälfte dargestellt.

Und La Luna (die Mondin) ist in der Traditionellen Chinesischen Medizin als Schwester der Erde dem Yin zugeordnet. Präsenz, Ruhe, Tiefe, Magie und Heilkraft zählen zu den Yin-Qualitäten. Yin wird im Deutschen mit Erdkraft ausgedrückt.

Von meinen LehrerInnen habe ich oft gehört: „Frauen haben doppelte Erde.“ Was heißt das?

Ganz einfach. Sie sind Yin-Wesen mit einem Yin-Anteil. Also Erdwesen + Erdkraft. Und das erklärt die natürliche Affinität für Energie, sich weiblich auszudrücken. Wie schon gesagt, haben alle Menschen sowohl einen Yin- als auch Yang-Anteil. Yang ist also das polar gegenteilige, männliche Prinzip des Universums. Frauen sind durch ihr weibliches Wesen stärker mit dem Yin verbunden. Männer sind natürliche Spezialisten für Yang, Himmelsenergie. Yang-Wesen mit Yang-Anteil. Naürlich will ich die Geschlechter nicht in Schubladen stecken. Jede/r hat ganz individuelle Fähigkeiten. Mein Mann ist beispielsweise ein wunderbarer Koch, der uns verwöhnt und uns als Familie um den Tisch versammelt. Ich wiederum bin das Organisationstalent, strukturiert und klar, und repariere seinen PC. Dennoch sind unsere Herangehensweisen eher männlich oder weiblich. Wir können unsere Natur nicht verleugnen. Die Emanzipation hat versucht, aus Frauen die besseren Männer zu machen. In jedem Anfang liegt eine Revolution, um die Ketten zu sprengen. Zunächst erfolgt Polarisierung. Und dann, wenn man zwei Pole hat, gibt es auch eine Mitte, in der Ausgeglichenheit, Ebenbürtigkeit und Frieden herrschen kann. Diese Zeit ist nun definitiv gekommen!

Wenn ich also einen Kurs für Frauen-Qigong anbiete, nehme ich zwar den weiblichen Anteil heraus, separiere ihn, aber als Teil eines ganzheitlichen Systems. Das Ziel dabei ist, die eigene Kraft als Frau zu stärke, um ganzer und natürlicher zu werden. Denn in der Natürlichkeit gehen wir ökonomisch am effizientesten mit unserer Energie um. Meine Absicht ist, Frauen Methoden an die Hand zu geben, um in ihrem ureigensten Wesen kraftvoll und ausgeglichen zu sein. Mit dieser Kraft, wird sie auch besser ihren Mann stehen können, wo es nötig ist. Gleichzeit ist es den Männern wieder möglich, an ihren natürlichen Platz gehen zu können.

 

Soweit die Aspekte der TCM zum Frausein. Was sagen die Schamanen?

Frausein ist in der schamanischen Betrachtung mit Heim, Herd und Herz verbunden. Da mag so mancher Aufschrei durch die alten Prägungen gehen. Bitte sehr gerne! Es wird dazu beitragen, uns dem Weiblichen und dem Männlichen bewusster zu werden und an die Stelle des Geschlechterkampfes Ebenbürtigkeit zu bringen. Denn wie sind diese Begriffe zu verstehen, die an den Ruf der Versklavung unserer Großmütter erinnert: Kinder, Küche, Kirche?

Beziehen wir die Worte auf uns als Person:

Das Heim ist unser Körper, unser Nest, das Zuhause. Es ist schlicht weiblich, einen Nesttrieb zu haben – wie gesagt, bei der einen mehr als bei der anderen. Und nicht nur, wenn wir Kinder haben. Ein Daheim zu spüren, ist für alle Menschen lebensnotwendig. Eines der Grundbedürfnisse, die auch die moderne Psychologie nennt.

Der Herd ist unser Schoß. Der Bereich vom Herzen abwärts hinunter zum Beckenboden. Dort brennt das Lebensfeuer. Wir sind als Frauen in der Lage, hier zu empfangen, „Kinder“ auszutragen, Leben zu schenken, Wärme zu geben. Und hier sind wir am unterschiedlichsten mit den Männern. Wir tragen etwas in uns, das ganz natürlich mit Wachstum einhergeht. Für uns selbstverständlich, wofür Männer viel Energie aufwenden müssen, um an diesen Ort zu kommen.

Das Herz ist der Sitz des wahren Geistes. Es ist die Seele des Hauses „Körper“ und beseelt das Zuhause. Hier wohnt das Mitgefühl, die Beherztheit, die Aufrichtigkeit und Wahrheit, der Mut, sich für das Leben einzusetzen.

Wir wären allerdings keine vollständigen Menschen, wenn wir uns als Frau ausschließlich auf unsere weiblichen Qualitäten konzentrieren würden. Um wirklich ganz und damit ausgeglichen zu sein, benötigen wir mit Sicherheit auch eine gesunde männliche Seite.

Christine Lagarde, lange die Frau an der Spitze des Internationalen Währungsfonds brachte dies vor einiger Zeit in dem Bericht „The Power Of Women“ auf arte auf den Punkt. „Wenn wir Frauen führen, dann tun wir dies inklusiv und berücksichtigen das Risiko.“ Wir führen aus dem weiblichen Urprinzip des Zusammenhaltens, des Verbindenden, der Gerechtigkeit und der Sorge und Verantwortung um und für die Gemeinschaft. Um hierfür ein Gefühl zu entwickeln empfehle ich, den gesamten Bericht zu sehen. Er inspiriert zu Mut und weiblicher Positionierung in einer Welt, die um Lösungen ringt.

 

Wenn wir uns selbst als Frau gut kennengelernt, Frieden in uns gefunden haben, uns vertrauen, als Frau recht und ebenbürtig zu sein, werden wir unseren vollen Beitrag für eine gesunde Welt leisten können.

Natürlich Frau!