Das Herz öffnen

 

Qigong inneres Lächeln

Was, wenn ich den Schlüssel zu meinem Herzen verlegt habe?

Das gibt es ja bei jedem mal: Schlüssel verlegt. Laune im Keller. Hadern mit sich und der Welt. Selbst eingeschlossen. Im wahrsten Sinne des Wortes: Eingeschlossen. Tür zu.

Kennen Sie das?

Ich sehe mich regelmäßig dieser Herausforderung gegenüber. Auch, wenn ich mich so viele Jahre schon mit Stressbewältigung, Energiearbeit und Lebensberatung auseinandersetze, stehe ich genauso mitten im Strom des Lebens. Inmitten von Fürsorge gegenüber der Familie, den Anforderungen im Beruf und den eigenen Lebensfragen. Es kommt dabei natürlich auf den Kontext an, wann mein Herz zu geht. Darauf, ob etwas meine Werte, meine „heiligen“ Regeln berührt… Ich kenne kaum jemanden, der davon gänzlich frei ist.

In letzter Zeit habe ich mich mit diesem Thema eingehend befasst.

Inspirationen, um das Herz wieder zu öffnen:

1 Wahrnehmung:

Zunächst geht es mal darum, es überhaupt mitzubekommen, dass das Herz verschlossen ist. Wenn es nicht klar und offensichtlich geschieht, läuft es oft subtil und unbewusst. Vermutlich fühlt sich etwas unangenehm um den Brustraum herum an. Die Bereitschaft zu lächeln, die Freude am Tun haben abgenommen. Verspannungen im Körper werden deutlicher. Sich selbst zu mögen ist eher schwierig. Je nach Situation. Ein tägliches Innehalten und Überprüfen der wirklichen Befindlichkeit sollte so selbstverständlich wie Zähneputzen sein.

2 Annehmen:

Als energische Kämpferin, die ich persönlich bin, wehre ich mich anfangs noch gegen derlei Wahrnehmungen. Solche Widerstände sind weit verbreitet. Jetzt geht es ums Annehmen. Das meint nun nicht akzeptieren oder hinnehmen, sondern es zugeben. Zugeben, dass es ist, wie es ist. Ob es mir gefällt oder nicht. Die Situation also annehmen. Der natürliche, nächste Schritt ist das Eintreten in Verantwortungsbewusstsein.

3 Verantwortung übernehmen:

Ich möchte nur kurz die Schuldfrage erwähnen. Nämlich: Es kommt nicht wirklich darauf an, wer schuld daran hat. Es kommt darauf an, ob wir an diesem Punkt Verantwortung übernehmen oder nicht, um der Ursache weiter auf den Grund zu gehen und eine Lösung zu finden, die für unser Herz gesund ist. Aus der Verantwortung für uns selbst werden wir die nächsten, notwendigen Schritte unternehmen. Egal in welche Richtung. Wir wissen, so kann es nicht weiter gehen und es liegt an uns, dafür Sorge zu tragen, die Situation so zu meistern, dass unser Herz wieder froh und leicht sein kann. Zur Not suchen wir nach Unterstützung.

4 Hilfe annehmen:

An manchen Stellen ist es sinnvoll, unterstützende Menschen oder Methoden heranzuziehen. Allein schon, wenn ich danach frage, wie jemand anderer die Situation einschätzt, wie er mich sieht in dem Ganzen, kann sehr viel Zeit und Energie sparen auf einem Lösungsweg. Es hilft, eine gesunde Distanz zu gewinnen und die (innere) Sicht zu erweitern. Zudem ist es ganz erstaunlich, wie viel Liebe zwischen uns Menschen herrscht, um sich gegenseitig Kraft zu geben. Zu zweit ist man weniger allein.

5 Freude einnehmen:

Mit Freude finden sich durch biochemischen Prozess am leichtesten neue Einstellungen, mit denen es wieder herzlicher werden kann. Die Glücksforschung zeigt: Gedanken erzeugen Gefühle. An diesem Punkt geht es darum, auf neue Gedanken zu kommen. Gedanken zu fassen, die in die Sicherheit und das Vertrauen bringen, eine ähnliche Situation schon gemeistert zu haben. Dh, an etwas denken, das dem entspricht und in die begleitenden Gefühle eintauchen. Eine Brücke, um wieder in eine positivere Haltung zu finden. Die Hormone und Botenstoffe, die hieraus resultieren, sind wie Surfbretter bei hohem Wellengang im ganzen Organismus. Auch wenn es zunächst vielleicht nur lindert, bedeuten diese zarten Anfänge schon, sich selbst ein Surfbrett zuzuwerfen und mit dem Kopf über Wasser zu bleiben. Wer es schafft, gleich oben zu stehen und über die Wellen zu sausen, kann sich erst recht freuen. Mit der Zeit und Übung gelingt es leichter, den Sprung aufs Brett zu schaffen.

6 Für die weite Sicht: Eine gute Gewohnheit entwickeln.

Beim Qigong sprechen wir davon, das „innere Lächeln“ zu pflegen. Es kommt direkt aus dem Herzen. Die Augen strahlen und es wird warm ums Herz. Dies zu pflegen ist eine der wesentlichsten Übungen. Pflege bedeutet Aufmerksamkeit und Regelmäßigkeit. Dabei wendet man sich achtsam dem fühlenden Herzen zu und lässt es sich öffnen. An jedem Beginn des Qigongübens steht diese innere Ausrichtung. Auch hier gelingt es am besten, indem man sich eine freudvolle Situation vorstellt oder etwas, bei dem das Herz wie von selbst aufgeht. Wie bei einem bestimmten Musikstück, bei einem schönen Bild, einer Urlaubserinnerung, dem Lächeln eines Kindes… Das Gefühl das dadurch entsteht, darf wie eine innere Sonne den ganzen Körper erreichen. Anfangs dauert es vielleicht ein wenig länger, doch bei zunehmender Übung, resoniert das Innere schon in wenigen Augenblicken. Durch wiederholte Handlungen (etwas über 100 mal) entwickelt unser Gehirn einen Automatismus. Das kann man sich hier bewusst zunutze machen, um eine hervorragende Gewohnheit zu kreieren, sich selbst wieder in eine positive Resonanz bringen zu können. Dies zu beherrschen, ist ein goldener Schlüssel, um das Herz wieder aufzuschließen.

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